Fangobadetherapie
Die Fangobadetherapie besteht aus drei wichtigen Schritten:
- die Anwendung des Naturfango
- das Bad im Thermalwasser
- die Schwitzreaktion
Der Fango wird mit einer Temperatur von 38° bis 42°C für ungefähr 15 –20 Minuten direkt auf die Haut aufgetragen.
Am Ende der Anwendung und nach der darauffolgenden reinigenden Dusche taucht man in das 36°-38°C warme Thermalbad (circa 8-15 Minuten) ein.
Im Anschluss wird man mit warmen Tüchern getrocknet und die Ruhephase beginnt.
Bei diesem Schritt tritt die Schwitzreaktion ein, welche die biologische Wirkungen der Fangotherapie vervollständigt.
Zudem ist es am Ende möglich, die Behandlung mit einer Massage zu vervollständigen, welche die Hautdurchblutung anregt.
Jedes Hotel hat seine eigene Thermalanlage.

Fangotherapie und Osteoarthrose
Die Behandlung mit dem Thermalfango ist besonders wirkungsvoll um Entzündungen entgegen zu wirken und Gelenkschmerzen zu lindern. Die Forschung hat belegt, dass eine Fangotherapie das Niveau der Substanzen absenkt, die die entzündlichen und degenerativen Knorpelschäden beschleunigen und verschlimmern. Zudem ist beobachtet worden, dass die von den Mikroorganismen erzeugten Wirkstoffe, die den “reifen” Fango kolonisieren, sich direkt und positiv auf den Stoffwechsel der Chondrozyten (Grundzelle des Knorpels) auswirken. Die Folgen der Fangotherapie üben also eine schützende Rolle gegen degenerative Arthropathien aus.
Fangotherapie und Osteoporose
Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass die Fangobadetherapie die Wiederherstellung des Stoffwechsels im Knochengewebe und seine Mineralisierung positiv beeinflusst, indem sie auf einige der dafür verantwortlichen Substanzen einwirkt. Die Fangobadetherapie, kombiniert mit körperlicher Betätigung, erlaubt die Erhaltung der korrekten Mineraldichte mit anabolem Effekt. Die Ergebnisse der Studien haben bewiesen, dass die Fangobehandlung das Wachstum der Knochenmasse fördert, auf gleiche Weise wie bei der Pharmakotherapie. Die kombinierte Aktion beider Faktoren optimiert die Resultate. Als Unterstützung der thermalen Anwendungen wird während des Aufenthaltes täglich eine moderate körperliche Tätigkeit in den thermalen Schwimmbädern ausgeübt, um das körperlich-geistige Gleichgewicht wieder zu erlangen und die Lebensqualität zu verbessern.
Fangotherapie und extraartikuläre Rheumaerkrankungen
Einige Pathologien rheumatischer Natur verursachen besonders schwere Schmerzen. Wenn dies auch in Zusammenhang mit weiteren Symptomen auftritt, wie zum Beispiel Ermüdung, Schlafstörungen oder Problemen des Magen-Darm-Traktes, schlägt sich dies extrem negativ auf die Lebensqualität nieder. Die Folgen sind Depressionen und temporäre Behinderungen. Wie eine Studie des Thermalen Studienzentrums “Pietro d’Abano” über Fibromyalgie nachweist, kann man den Schmerz reduzieren, indem man die Fangotherapie, die keine Magenverstimmungen verursacht, mit einer pharmakologischen Behandlung begleiten. Die Fangotherapie ist in der Lage, das physische Kontrollsystem über die Stressreaktionen zu beeinflussen. Damit wird das Gleichgewicht wiederhergestellt.
Eventuelle Nebenwirkungen
Die Fangobadetherapie ist ungeeignet bei Kompensationsstörungen des Herzens, ischämischer Kardiopathie, schwerer peripherer und zerebraler Vaskulopathie, Nierenleiden mit schwerer Niereninsuffizienz, akute Entzündungskrankeiten, Epilepsie, Schilddrüsenüberfunktion und bösartigen Tumoren. Die Anwendung vom Thermalfango soll auch im Falle der Krampfadern der unteren Glieder, speziell bei gleichzeitiger Phlebitis und Geschwüren, in der Schwangerschaft und in den ersten Tagen der Menstruation vermieden werden. Die Fangoanwendung hat keine Nebenwirkungen bei Patienten mit Metallgelenkprothesen oder mit Platten- und Schrauben-Osteosynthese.